Struktur und Aufgaben des DOP
- Das Deutsche Olivenöl Panel (DOP) e.V. ist – neben dem amtlichen Panel in Unterschleißheim – als amtliches Panel in Deutschland zugelassen und in der Lage, native Olivenöle auf ihre Güteklasse hin sensorisch zu beurteilen. Es ist von der DAkkS akkreditiert (PL-20440-01), vom Verbraucherschutzministerium Nordrhein-Westfalen amtlich zugelassen und ebenso von der EU-Kommission in Brüssel als auch vom Internationalen Olivenölrat (IOC) in Madrid zugelassen. Weltweit sind nur ca. 60 Panels aus verschiedenen Staaten offiziell zugelassen.
Sitz und Leitung (ab 1. September 2022) - Deutsches Olivenöl Panel (DOP) e.V.
p.Adr
Frau Nadja Liebmann (PSV)
Vogtskamp 8 d
D-22391 Hamburg
Tel. mobil: +49 (0)1707770678
Email: info@dop-olivenoel.de - Stellv. PSV: Richard Retsch
Paneltest ist nicht gleich Paneltest - In der Verordnung (EWG) 2568/91, modifiziert mit der VO (EG) 796/2002 und VO (EG) 640/2008, ist die Methode für den organoleptischen Paneltest festgeschrieben – zusammen mit den Vermarktungsvorschriften in der Fassung VO (EG) 1019/2002, modifiziert mit 189/2008.
- Im Mittelpunkt eines solchen Paneltests steht die Gruppe der 8 bis 12 ausgebildeten Tester und deren Homogenität im Hinblick auf reproduzierbare Ergebnisse. Diese Homogenität entsteht ausschließlich durch ein dauerhaftes Training mit sortenreinen und gemischten Ölen aus allen produzierenden Gebieten des Mittelmeers und auch von Übersee. Dabei wird das sensorische Können besonders durch die Vielfalt geprägt, die sich durch die Aufgabenstellungen im Laufe von 300 bis 700 Ölen in einem Jahr ergibt. Diese schließen Siegeröle von internationalen Wettbewerben ebenso ein wie Discountöle, gemischt aus verschiedenen Sorten des Mittelmeerraumes. Das ständige Arbeiten mit den verschiedensten Geschmacksrichtungen, entsprechende sensorische Trainings mit klaren Fehlerreferenzen und immer wieder Abgleiche mit anderen Panels bieten die Voraussetzung, erfolgreich an den vorgeschriebenen jährlichen Ringtests des IOOC zur Erlangung der Zertifizierung teilzunehmen.
- Es gibt darüber hinaus in einigen produzierenden Gebieten so genannte autorisierte Panels (Testergruppen), die oft für spezielle Aufgaben wie Vorauswahl zu Wettbewerben zusammen gerufen werden. Auch Testjurys für Wettbewerbe (Mario Solinas Award, Ercole Oliario, PremioBiol) sind keine Panels in diesem Sinne, sondern Gruppen von Ölexperten für besondere Aufgaben. Diese arbeiten zumeist nach eigens entwickelten Testbögen und mit Punktsystemen, die vom vorgeschriebenen Testbogen abweichen. Sie beinhalten ein breiteres sensorisches Spektrum als der offizielle Paneltest der EU, allerdings mit sensorischen Aspekten, die stärker subjektiv wahrgenommen werden und somit nicht Teil eines objektiven Tests sein können. Zweifelsohne kann bei der sensorischen Bewertung durch solche Jurys auf qualitative Bereiche wie Harmonie, spezielle Aromen, Konsistenz etc. eingegangen werden. In diesem Sinne hat das Deutsche Olivenöl Panel zusätzlich die Bewertung der Harmonie/Balance in jede seiner Analysen aufgenommen.
- Der Testbogen des IOOC/EU richtet sich ausschließlich nach den objektiv messbaren Attributen und Intensitäten, die von permanent trainierten Testern auch erkannt werden können. Hierzu gehören neben den positiven Werten (Fruchtigkeit, Bitterkeit, Schärfe) die Fehlattribute stichig, muffig, schlammig, weinig, ranzig und andere, für die das DOP vom IOC klare Referenzattribute erhalten hat. „Gaschromatographartig“ muss jeder trainierte Tester entscheiden, ob einer oder mehrere dieser Fehler vorhanden ist oder nicht. Bei mehreren Fehlern ist der dominante entscheidend.
- Die Aufgabe der Kontrolle der Güteklassenzugehörigkeit von nativen Olivenölen sollte unabhängigen, erfahrenen Panels mit IOOC-Zertifizierung vorbehalten bleiben. Nach der Verordnung der EU gibt es im Falle der Anzweiflung eines Ergebnisses seitens Marktbeteiligter ein Schiedsverfahren, bei dem maximal zwei weitere IOOC-zertifizierte bzw. offizielle Panels einbezogen werden können.



